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Tauchweiterbildung

TAUCHTAUGLICHKEIT

Tauchtauglichkeitsuntersuchung

So mancher Taucher beschäftigt sich mit dieser Frage erst, wenn der Tauchurlaub bereits gebucht ist und noch schnell ein ärztliches Attest benötigt wird. Dann wird noch kurz ein Termin vereinbart bei einem Arzt, der diese Untersuchung möglichst günstig anbietet. Und wenn der kaum etwas untersucht und also auch nicht viel berechnet und das ersehnte Attest unterschreibt, dann ist ja alles klar
oder? Leider ist damit nicht alles klar! Der Sinn der Tauchtauglichkeitsuntersuchung besteht darin, mögliche medizinische Risikofaktoren für das Tauchen auszuschließen und bei bestehenden Risiken diese einzuschätzen und ggf. das Tauchverhalten im Rahmen einer eingeschränkten Tauchtauglichkeit entsprechend anzupassen. Die Untersuchung sollte daher in einer gründlichen Befragung durch einen sachkundigen Arzt bestehen, der außer einer körperlichen Untersuchung mit Blutdruckmessung in Ruhe auch ein Ruhe- EKG schreibt und eine Lungenfunktion macht. Der Begriff der Tauchtauglichkeit wird oft missverstanden; wohl auch weil er noch aus der militärischen und beruflichen Taucherei stammt: Berufstaucher müssen tauglich sein, da der Arbeitgeber die Verantwortung für diese versicherte Tätigkeit trägt und somit auch für die Kosten der Untersuchung aufkommt. Im Gegensatz dazu ist die medizinische Tauchtauglichkeitsuntersuchung für Sportaucher nicht gesetzlich vorgeschrieben, und jeder Sporttaucher trägt letztlich das Risiko selbst. Die großen Sporttauchverbände verlangen eine regelmäßige Untersuchung, aber prinzipiell reicht es an den meisten Tauchbasen dieser Welt aus, wenn man unterschreibt, dass man gesund ist und ggf. sich hat untersuchen lassen. Allerdings verlangen die meisten Tauchunfallversicherungen den Nachweis einer Tauchtauglichkeits-Untersuchung, bevor sie im Schadensfall Versicherungsleistungen anbieten. Damit wird vom armen Sporttaucher sehr viel verlangt: die Einsicht in die Sinnmäßigkeit einer solchen Tauchtauglichkeitsuntersuchung im Zusammenhang mit dem Tauchsport. Leider wird auch vom Arzt einiges verlangt:
Die Kenntnis von physikalischen und physiologischen Zusammenhängen, die im Rahmen des normalen Studiums in Deutschland nicht vermittelt wird und auch nicht als offizielle Zusatzqualifikation angeboten wird. Da in Deutschland die Facharztanerkennung zum Arzt für Tauch- und Überdruckmedizin fehlt, kann juristisch gesehen jeder Arzt die Tauchtauglichkeit bescheinigen. Nennen wir den Sporttaucher, der um diese Zusammenhänge weiß, mal den informierten Sporttaucher. Nun weiß der informierte Sporttaucher aber auch, dass Tauchunfälle oft aus anderen als medizinischen Gründen passieren und fragt natürlich nach dem Sinn dieser gründlichen Untersuchung, wenn doch sowieso nur selten etwas passiert. Nun, eine tauchmedizinische Vorabklärung hat das gleiche Ziel wie eine seriöse Tauchausbildung: risikoarmes Tauchen zu ermöglichen. Zwar ist Sporttauchen im Vergleich zu anderen Sportarten wenig unfallträchtig, selbst Schwimmer verletzen sich häufiger, aber der informierte Taucher weiß aufgrund der Tauchkurs - Theorieausbildung, dass prinzipiell schwere Unfälle möglich sind und bestimmte Erkrankungen dieses Risiko erhöhen. Insbesondere ist das Auftreten tödlicher Unfälle im Tauchsport deutlich häufiger als in anderen Sportarten. Natürlich müssen diese Statistiken auch im Detail betrachtet werden: Es gibt sogar Sporttauchgebiete, in denen wesentlich häufiger Tauchunfälle passieren als dies beispielsweise bei Berufstauchern der Fall ist. Und das ist sicherlich die entscheidende Erkenntnis der letzten Jahre - im Falle tödlicher Tauchunfälle liegt in deutlich mehr als der Hälfte der Fälle eine mangelnde körperliche Fitness oder eine Erkrankung mit klarer Risikoerhöhung vor. Diese Kenntnis macht den informierten Taucher zum intelligenten Taucher. Letzterer weiß, dass die Tauchtauglichkeitsuntersuchung ein wichtiger Aspekt der Risikominimierung beim Sporttauchen ist. Und sie dient der vernünftigen Anpassung des Tauchverhaltens. Denn auch das ist der Unterschied der modernen Tauchtauglichkeitsuntersuchung für Sporttaucher im Vergleich zum Berufstauchen: Sporttauchen ist auch mit vorbestehenden Erkrankungen möglich, wenn das Tauchverhalten entsprechend der durch die besondere Erkrankung bedingten Risiken angepasst wird. Wichtig ist nur, dass diese besonderen Risiken dem Taucher bekannt sind. Sie müssen dann auch in regelmäßigen Abständen neu eingeschätzt werden. Der intelligente Taucher versteht daher auch die Sinnmäßigkeit der Tauchtauglichkeits-Untersuchung zum Sporttauchen. Er hat sich informiert über den Umfang, den diese Untersuchung haben sollte und weiß auch, welche Kosten er veranschlagen sollte, und dass er diese vor der Untersuchung mit dem Arzt besprechen muss.

Welchen Untersuchungsumfang empfiehlt
die Gesellschaft für Tauch und Überdruckmedizin (GTÜM)?
Die GTÜM empfiehlt regelmäßige Tauchtauglichkeitsuntersuchung für aktive Sporttaucher. Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung sollte dabei aus einer gründlichen ärztlichen Befragung zur Krankheitsvorgeschichte und der eigentlichen körperlichen Untersuchung bestehen. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung sollten der Blutdruck und der Puls bestimmt sowie alle Reflexe geprüft werden. Auch die Untersuchung des Trommelfells beidseits durch den Arzt gehört hierzu. Apparative Untersuchungen sollten die Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms (EKG) in Ruhe sowie einer Lungenfunktion umfassen. Da statistisch gesehen etwa ab dem 40. Lebensjahr viele Erkrankungen insbesondere aus dem Herz- Kreislaufbereich zunehmen, empfiehlt die GTÜM ab dem 40. Lebensjahr nicht nur jährliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung, sondern auch einen erweiterten Untersuchungsumfang, indem ein Belastungstest durchzuführen ist mit Aufzeichnung von Herzfrequenz, EKG und Blutdruck unter Belastung. Diese Untersuchungen sollten zur Einschätzung der Tauchtauglichkeit immer durchgeführt werden! Im Einzelfall kann es natürlich erforderlich sein, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen, dass weitere Untersuchungen (z.B. Blutuntersuchungen) notwendig sind. Dies sollte der Taucherarzt mit dem Tauchkandidaten vorab besprechen.

Was soll nun eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung
kosten?
Die GTÜM hat sich intensive Gedanken gemacht, ob sie offiziell die Kosten für eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung vorschlagen soll. Letztlich war es der Wunsch vieler Taucher und auch Taucherärzte, hier eine Orientierungshilfe zu erhalten. Die Kostenempfehlungen der GTÜM orientieren sich an der Gebührenordnung für Ärzte. Hiernach ergibt sich ein Gesamtbetrag von etwa 70 € für die Grunduntersuchung bei unter 40-jährigen Tauchern und etwa 82 € für die Untersuchung einschließlich Belastungs-EKG bei über 40-jährigen. Diese Summe kann natürlich mit dem Untersuchungsumfang
variieren.

Weitere Infos finden Sie auf www.gtuem.org.

Quelle: GTÜM Caisson Nr.4/2006
Autoren: Dr.med.Kay Tetzlaff + Dr.med.Klaus-Martin Muth

Geringe Kosten für eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung im Raum Berlin.

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